stattkunst

Turm der Schwabacher Stadtkirche Turmsockel vorher spitzenleistung: Detail spitzenleistung

spitzenleistung

Versuch, durch die Veröffentlichung der Höhe des Turms (incl. des goldenen Wetterhahns)
der Evangelischen Stadtkirche, das – durch den geplanten Bau einer Moschee (incl. 15 m hohen Minaretts) schwer gebeutelte – Selbstwertgefühl einiger Zeitgenossen wieder aufzurichten.
(unterstes Foto: Inka Meißner)

Moosfreilegung (Reverse Graffiti), Ortung, Schwabach, 2009

„zur sache schätzchen: 71,50 m« - so hat Reiner Hofmann den Sockel der Nordfassade in großen Lettern beschrieben, genauer gesagt schabloniert und mit dem Hochdruckreiniger vom grünen Algenbefall befreit, so dass der Schriftzug den frisch gereinigten Sandstein freisetzt.

Die Worte zitieren den Titel einer Filmlkomödie der 1968er Jahre. Dem Filmtitel fügte der Gastkünstler der Ortung (...) die Höhenangabe des Turms der Stadtkirche hinzu. Der Gag erschließt sich nur dem Ortskundigen: Die moslemische Gemeinde sucht derzeit einen geeigneten Platz für den Bau einer Moschee mit einem maximal 15 Meter hohen Minarett. Da relativiert sich die Minarett-Länge im Vergleich zur Länge des Turms (samt Wetterfahne) der Stadtkirche mit ihrer zentralen Position, doch schnell. Und hier schließt sich der Kreis zu zitierten Filmkomödie.

Doch abgesehen vom zündenden frechen Witz hat der Künstler voll ins Schwarze getroffen. „Ortung" ist auch ein Kunstparcours der Verortung von Kunstwerken, Sie verbünden sich mit dem umgebenden Raum und gehen im Idealfall eine Symbiose auf Zeit mit diesem ein, Besser als hier ist dies wohl selten geschehen. Treffer!

aus: Ute Rauschenbach "Hier zählt die Länge", Schwabacher Tagblatt, 08.08.2009

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